Wie geht es mit der Schildkrötenauffangstation weiter?

Seit mehr als 25 Jahren gibt es in Dorsten die Schildkrötenauffangstation. Barbara Klobusch und ihre Station ist auch überregional sehr bekannt. Neben der Pflege und Versorgung von Fund- und Abgabetieren, bietet die Station auch Überwinterungshilfe an. Haltungsberatungen und viel Aufklärungsarbeit werden hier fast täglich angeboten. Die Auffangstation ist Anlaufstelle für viele Hilfe suchende Menschen und Schildkrötenfreunde. Niemand hätte es wohl für möglich gehalten, dass diese Anlaufstelle mal um ihre Existenz fürchten muss. Denn aktuell muss Barbara Klobusch für sich und ihre Pfleglinge eine neue Bleibe suchen. Aus familiären Gründen wird ein Teil des Grundstückes, auf der die Station und Bärbel zuhause ist nicht weiter zur Verfügung gestellt.

Primär sucht Barbara nun schnellstmöglich nach einem Grundstück, bevorzugt mit Wohnraum für sich und Platz für ihre Station, und den anvertrauten Tieren. Aktuell werden keine weiteren Schildkröten mehr aufgenommen. Und es wird versucht, so schnell wie möglich neue Halter oder temporäre Pflegestellen für die anwesenden Schildkröten zu finden. An diesem Wochenende z.B. verlassen einige seltene, und schwer zu haltende Arten die Station in Richtung erfahrener Halter und ehrenamtlicher Helfer.

Die betroffenen Ämter und Behörden sind informiert. Zuerst müssen die Kellerräume, in dem die Quarantänestation, die Überwinterungskühlschränke, und die Winterquartiere der Wasserschildkröten, die keine Winterstarre halten untergebracht sind, geräumt werden. Einige Übergangsgehege im vorderen Außenbereich werden auch nach und nach zurück gebaut. Das ganze Equipment muss eingelagert werden. Auch dafür werden Lagerräume gesucht. Und „ganz nebenher“ werden immer wieder Stationstiere vermittelt, Beratungsgespräche geführt, und leider auch Abgabetiere nicht angenommen. Aber auch hier wird versucht Hilfe zu leisten.

Oberste Priorität hat nun die Suche nach einer neuen Bleibe für alle. Der Kreis Recklinghausen hat schon seine Hilfe bei der Suche angeboten. Auch erfahrene Halter, andere Stationen und ehrenamtliche Helfer unterstützen, wo sie können. Aber natürlich ist aktuell der Start der Hochsaison, und wohin kommen nun die ganzen Fundtiere?

Neben der Aufrechterhaltung des Stationsbetriebes, muss Bärbel nun auch im privaten Umfeld vieles klären. Es kommen also Tage auf Bärbel zu, die kaum emotionaler werden können. Ihr Lebenswerk ist in Gefahr. Über ein viertel Jahrhundert aufopfernde Arbeit und Verzicht verlieren ihre Bleibe.

Barbara hat zuletzt jährlich mehrere dutzend Schildkröten aufgenommen, aufgepäppelt und wieder vermittelt. Von Montag bis Sonntag, von Januar bis in den Dezember, morgens bis abends, 365 Tage im Jahr. Kein Urlaub, und immer auf der Suche nach Förderern und Unterstützern. Das Schicksal mancher Schildkröten zerrte zusätzlich an den Nerven. Und trotzdem blieb sie immer sachlich und höflich, kümmerte sich auch um unbelehrbare Hilfesuchende.

2016 und 2018 organisierte die Station die NRW-Schildkrötentage. Sie nahm regelmäßig am „Maus-Türöffnertag“ teil. Kleine und große Schildkrötenfreunde strömten in Scharen zu den Infoveranstaltungen. Tage der offenen Tür, Kräuterwanderungen, Infostunden und Überwinterungshilfe…

Das alles kann, soll und darf doch nicht so plötzlich enden. Wohin führt der Weg der Auffangstation Dorsten? Wer kann helfen? Wer kennt vielleicht jemanden, der jemanden kennt?

Solltet Ihr zufällig ein geeignetes Grundstück haben. Oder wollt in irgendeiner Art helfen, so meldet Euch bei Bärbel unter: info@schildiauffangstation.de (Bitte habt Verständnis dafür, dass es eine gewisse Zeit dauert, bis alle Mails beantwortet werden. Es gibt einfach momentan viel zu klären.)

Text und Bilder: Ralf Czybulinski

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Quo vadis? Schildkrötenauffangstation Dorsten…